Erstmalig Serienanwendung eines Turboladers mit variabler Turbinen-
geometrie (VTG) an einem Ottomotor

Gemeinsam mit der Porsche AG ist es BorgWarner Turbo & Emissions Systems gelungen, einen Turbolader mit VTG-Technologie für eine Ottomotoren-Applikation zu entwickeln.

Der Supersportler Porsche 911 Turbo ist das weltweit erste Fahrzeug mit Ottomotor, das mit einem VTG-Turbolader (BV 50 G) ausgestattet wird.

Bislang war die variable Turbinengeometrie aus-
schließlich den Dieselmotoren vorbehalten. Die tech-
nische Herausforderung bestand darin, Werkstoffe zu entwickeln, die den wesentlich höheren Abgastem-
peraturen im Ottomotor von bis zu 1.050 °C gewachsen sind.
Herzstück des Aufladesystems sind seine verstellbaren Leitschaufeln. Ihr großer Vorteil: Bereits bei niedrigen Drehzahlen und Abgasgeschwindigkeiten ermöglichen sie in geschlossener Stellung den Aufbau eines hohen Ladedrucks. Dies verbessert gegenüber einem konventionellen Turbolader deutlich das Ansprechverhalten.
Über das gesamte Kennfeld betrachtet bietet die Otto-VTG darüber hinaus enorme Wirkungsgradvorteile gegenüber einem gängigen Turbolader mit Ladedruckregelklappe (Wastegate). Die variable Lastanpassung eröffnet exzellente Möglichkeiten, die Leistungsdichte in weiten Kennfeldbereichen zu steigern und den spezifischen Verbrauch zu senken.
Diese Vorteile sind beim Porsche 911 Turbo deutlich zu erkennen. Sein 3,6-Liter-Motor verfügt über zwei Lader vom Typ BV 50 G mit elektrischer VTG-Betätigung. Sie sorgen dafür, dass das 6-Zylinder-Boxer-Aggregat mit 353 kW stattliche 44 kW mehr leistet als sein Vorgänger. Das Drehmoment stieg um 60 auf nunmehr 620 Nm an. Der durchschnittliche Verbrauch des Fahrzeuges konnte trotz der hohen Leistungsreserven reduziert werden. Er beträgt jetzt im Drittelmix 12,8 Liter pro 100 Kilometer.

Die Anwendung im Porsche 911 Turbo markiert erst den Anfang in der Entwicklung von Ottomotoren mit VTG- Aufladung. Ein erhebliches Potential für den flächendeckenden Einsatz eröffnen die so genannten Downsizing-Konzepte. Hierbei werden mittels Aufladung die Nachteile eines kleineren Motors gegenüber einem leistungsgleichen aber hubraumgrößeren Aggregat ausgeglichen. Die Kombination aus variablen Turbolader und strahlgeführter Direkteinspritzung bietet die Grundlage für die Entwicklung und Etablierung einer neuen Ottomotoren-Generation!

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