Vierzylinder Dieselmotoren mit Doppelaufladung - Downsizing im Wortsinn

Generationswechsel bei den Vierzylinder Dieselmotoren:
Mercedes Benz bringt im Herbst 2008 neuen 2,2 CDI Motor auf den Markt.
Die leistungsstarken Varianten erhalten Doppelaufladung.

Downsizing ist das Entwicklungskonzept der Zukunft mit kleineren, aber durchzugsstarken Motoren weniger Verbrauch generieren. So kann ein Vierzylinder durchaus das Temperament eines hubraumgrößeren Sechszylinderaggregats erreichen - indem man nicht nur einen Turbolader einsetzt, sondern zwei gleich- oder unterschiedlich große Turbolader miteinander kombiniert.

 

Mercedes Benz bringt ab Herbst 2008 in der C-Klasse einen neuen "Powerdiesel" zum Einsatz, der für die nächsten zehn Jahre Maßstäbe setzen soll. 2009 folgt dieser Motor in der E-Klasse, ab Anfang 2010, als erster Vierzylinder in der Firmengeschichte der Luxuskategorie, sogar in der S-Klasse. Die doppelstufig aufgeladene Version erhält zwei Turbolader von BorgWarner Turbo Systems. Sie ist serienmäßig bis zu einer maximalen Leistungsstufe von 220 PS konzipiert. In der S-Klasse soll sie in optionaler Kombination mit einem Mildhybridsystem nur 6,5 Liter Treibstoff pro 100 km konsumieren. In der C-Klasse werden lediglich zwischen 5,1 und 5,4 Liter erwartet, wobei diese Baureihe künftig eine Start-Stopp-Automatik erhält. Der neue Motor wird übrigens nicht nur für Längs- sondern auch für Quereinbaulagen ausgelegt sein. Somit wird er auch in die Nachfolger der heutigen A- und B-Klasse Einzug halten. Sogar Allradversionen mit dem neuen Diesel sind geplant.

Bezeichnend für die Doppelaufladung, auch als Biturbo oder Registeraufladung bezeichnet, ist das sehr große Drehmomentplateau. Das bedeutet, überdurchschnittlich hohes Drehmoment steht konstant über ein weites, nutzbares Drehzahlband von 1.500 U/min bis etwa 4.000 U/min zur kraftvollen Beschleunigung zur Verfügung. Allen voran der PSA-Konzern mit den Marken Peugeot und Citroen etablierte die Doppelaufladung in seinen mittleren und großen Fahrzeugklassen. Zum Einsatz gebracht wird hier eine Kombination zweier gleich großer Lader, die mit Hilfe einer adaptiven Bypassregelung nacheinander ansprechen und sich somit beim Aufbau des Ladedruckes ergänzen.

 

Konventionelle Registersysteme, d.h. eine Reihenschaltung zweier ungleich großer Lader, werden in Modellen von BMW und des GM-Konzerns verbaut. Der BMW 123d ergänzt seit Ende 2007 als leistungsstärkster Vierzylinder die Dieselflotte des bayrischen Herstellers. GM ist mit dem Cadillac BLS 1,9 TTiD und dem Saab 9-3 1,9 TTiD seit kurzem am Markt vertreten. Opel Insignia, Lancia Delta, VW Golf VI und Modelle von Fiat und Audi werden noch in diesem Jahr die "Powerdieselfraktion" wachsen lassen.

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